13.12.2019: Buchvorstellung „Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus“

Wann? Freitag, 13.Dezember 2019, 19:30 Uhr

Wo? „Neue Aula“, Hörsaal 5 (Geschwister-Scholl Platz, Tübingen)

Was? Buchvorstellung mit der Autorin Angelika Grubner: „Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus – eine Streitschrift“

„Angelika Grubner, u. a. Psychotherapeutin und akademische Referenting für feministische Bildung, unterzieht die Psychotherapie einer macht-theoretischen Überprüfung und zeigt, wie eng sie mit dem Neoliberalismus verstrickt ist.

In neoliberalen Zeiten ist alles »psychisch«. Sei es die gelungene Partnerschaft, der berufliche Erfolg, die körperliche Fitness oder aber Beziehungsprobleme, Arbeitslosigkeit und sogar Armut – alles und jedes wird einer psycho-logischen Betrachtung unterworfen. So wundert es nicht, dass die Psychotherapie einen noch nie dagewesenen Zustrom erfährt. Wie aber kommt es, dass sowohl in der einschlägigen Fach-literatur als auch innerhalb der psycho-therapeutischen Community dem parallelen Aufstieg von neoliberaler Ideologie und dem
kolportierten Bedarf nach Psychotherapie kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird? Wie lässt sich erklären, dass die psychotherapeutisch Tätigen den Eindruck vermitteln, sie stünden jenseits aktueller Machtverhältnisse und würden nur bei Bedarf helfend intervenieren?

Unter Rückgriff auf die philosophischen Überlegungen Michel Foucaults unterzieht Angelika Grubner die Psychotherapie einer macht-theoretischen Prüfung. Es wird gezeigt, dass sie mit dem Neoliberalismus in einer schier unentwirrbaren Liaison verstrickt ist und die Idee eines machtfreien psychotherapeutischen Raumes eine naive, irreführende Illusion – mit erheblichen Konsequenzen – darstellt.“

Flyer Vorderseite PT im NL

Rückseite PT im NL

Informationsveranstaltung zur speziellen Patient*innenverfügung „PatVerfü“

Zeit: Dienstag, 12. November 2019, 19 Uhr

Ort: „Kupferbau“, Hörsaal 23 (Hölderlinstraße 5, Tübingen)

Am 01.09.2009 trat das Gesetz zur Regelung von Patient*innenverfügungen in Kraft. Seither gilt: Die Selbstbestimmung des Individuums ist bei allen medizinischen Entscheidungen in allen Lebenslagen als rechtsverbindlich zu betrachten. Auf Grundlage dieses Gesetzes wurde die spezielle Patient*innenverfügung PatVerfü entworfen. Mit der PatVerfü können Menschen sich sowohl vor Zwangs-Einweisung in eine Psychiatrie, vor psychiatrischer Zwangs-Behandlung als auch vor sämtlichen anderen nicht gewollten ärztlichen Behandlungen vorsorglich schützen und Entmündigung durch Zwangs-Betreuung verhindern.
Die PatVerfü wird von einem Bündnis von Organisationen und einer Arbeitsgemeinschaft von Rechtsanwält*innen herausgegeben und steht für den persönlichen Gebrauch kostenlos zur Verfügung unter: www.patverfue.de
Warum und wie die PatVerfü funktioniert, was beim Verfassen und bei der Nutzung der eigenen PatVerfü zu beachten ist, soll an diesem Info-Abend durch einen Vortrag und im Gespräch mit allen Interessierten geklärt werden

Referentin: Alice Halmi ist Politologin aus Berlin. Sie ist beim Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V. sowie der Irren-Offensive e.V. im Werner-Fuß-Zentrum seit vielen Jahren engagiert für Selbstbestimmung und gegen psychiatrischen Zwang.

PatVerfü Flyer Vorderseite

Rückseite Flyer PatVerfü

Buchvorstellung zum Sammelband „Gegendiagnose Band 2″ mit 4 Autor*innen im Rahmen der Bloch-Woche

Wann? 26. Oktober 2019, ab 19:00 Uhr:
Wo? „Clubhaus“ (Wilhelmstr. 30, Tübingen), „Großer Saal“

Autor*innen des Sammelbandes „Gegendiagnose“ stellen jeweils ihre Beiträge sowie zusammen das Gesamtprojekt vor.

Zum Gegendiagnose-Band 2:
Bald vier Jahre ist es her, seitdem der erste „Gegendiagnose“- Band der Reihe „Get Well Soon!“ zur kritischen Analyse von Psycho- und Gesundheitspolitik erschienen ist. Im zweiten Band liegt der Schwerpunkt auf den Momenten, in denen „wir“ uns pathologisieren und selbst regieren und welche Rolle dabei Begriffe wie psychische Gesundheit und Krankheit, Normalität und Eigenverantwortung spielen. Die ‚zweite Gegendiagnose‘ zeichnet sich durch eine große Vielfalt an expliziter und reflektierter Diversität der Perspektiven aus, ebenso durch eine Varianz der Beitragsformen. Von wissenschaftlicher abstrakter Theoriearbeit und Analyse über autoethnografische Zugänge bis hin zu sehr persönlichen Erfahrungsberichten und Prosa, von der Betroffenen- über die Angehörigen-Perspektive bis hin zu der Perspektive der ‚Professionellen‘ sind vertreten. Dieses Nebeneinander der Perspektiven ist als Kritik an der vorherrschenden Definitionsgewalt der Psy-Disziplinen und ihrer Institutionen zu verstehen. Die Beiträge analysieren Mechanismen und Auswirkungen des neoliberalen psychologischen_psychiatrischen Gesundheitssystems und fragen nach Widerstandsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen.
Zu den Autor*innen und ihrer Text-Beiträge:

Esto Mader (Hg.): “Psychopathologisierung und Rassismus in Deutschland. Eine feministische Perspektive“, Soziologie, Gender Studies, Medienwissenschaft

Alex Steinweg(Hg.): „‘Irre‘, ‚Krank‘ und ‚Wahn‘ – eine (zu) kurze Einführung in die Psychiatriekritik“, Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt diversitätsbewusste Sozialpädagogik

Caroline von Taysen: „Mein Ausstieg aus der ‚professionellen Neutralität‘ – Vom Umgang mit Machtverhältnissen in der psychosozialen Arbeit“, Dipl.-Psychologin

Sabrina Saase: „Augen auf! – Zur historischen Ver(antw)ortung intersektional zu denken“, Dipl.-Psycholog*in

Vorderseite Gegendiagnose 2

Rückseite Gegendiagnose

Infoabend am 24.9. „Radical Therapy“: Noch Plätze frei

Es gibt noch Plätze für den Infoabend der Widerstandsnomad*innen.
Der Raum steht auch mittlerweile: Im Clubhaus (Wilhelmstraße 30) Raum 2. (Wenn man vorm Clubhaus steht, durch die rechte Tür und dann die Treppen ganz hoch).
Wer noch mag, gerne kurz ne Mail schreiben.

Flyer Vorderseite RT

Rückseite Flyer RT

Infoabend der Widerstandsnomad*innen zu „Radikaler Therapie“: Termin steht

Der Termin für den Infoabend (Beschreibung im vorletzten Post) steht : 24. September 2019, 17:00-21:00 Uhr

Wer sich noch anmelden will, schreibe gerne eine Mail- es gibt noch Plätze (Mailadresse unter „Kontakt“)

Ort steht doch nicht fest, wird hier und per Mail dann noch bekanntgegeben.